1038. Sonntagsimpuls

Liebe Leserinnen und Leser,

"Ein Sonntagsimpuls am Mittwoch?", werden sie vielleicht verwundert denken.
DIe Antwort ist einfach:

"Ja! Genau. Weil heute nicht irgendein Mittwoch ist!"
Heute ist Mariä Himmelfahrt. Oder anders gesagt das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel.
Papst Pius XII hat dieses Fest sozusagen am 01.11.1950 eingesetzt, in dem er Mariens Aufnahme als Glaubenssatz bestätigt hat.

Viel interessanter sind allerdings die Worte des Evangeliums heute.

Stellen Sie sich die folgende Situation vor:
Eine Menschenmenge steht auf einem Marktplatz. In der Mitte Jesus, der ihnen vom Reich Gottes erzählt, sie lehrt, ihnen Mut macht. Die Menschen hören gebannt zu - stellen Fragen...
Da brĂĽllt eine Frau aus der Menge Jesus zu, dass die Frau, die ihn geboren hat selig zu nennen ist.

Ihr ist dieses Lob Mariens so wichtig, dass sie mitten in die Menge schreit. Was fĂĽr ein Glaubenszeugnis, denke ich mir da so!

Und die Entgegnung Jesu ist auch nicht ohne:
"Er aber erwiderte: Selig sind vielmehr die, die das Wort Gottes hören und es befolgen."

Ihm geht es mehr um das Befolgen der Worte Gottes, denn um eine persönliche Huldigung eines bestimmten Menschen – in dem Fall seiner Mutter.

Mich hat dieses kurze und knackige Evangelium getroffen. Denn es sagt mir: „Rainer, nimm dich nicht als Mensch so wichtig. Achte nicht so sehr auf deinen Rang, deinen Namen, deine Stellung, dass man dir „huldigt“.
Sieh lieber zu, dass du in deinem Tun zeigst, dass du das aus innerem Antrieb machst, um Gottes Wirken sichtbar werden zu lassen.

Auch Maria hat so gelebt. Als die Sterndeuter weg waren (vgl. Lukas, Kapitel 2) hat sie sich nicht gebrüstet, dass ausgerechnet bei ihr so wichtige Leute waren, sondern sie „prägte sich alle diese Dinge ein und dachte immer wieder darüber nach“ (Lk 2,19 in der NGÜ-Übersetzung).

Bescheidenheit und Einfachheit ist ein gutes Vorbild. Deshalb ist dieses Fest heute auch dran. Gerade an einem Mittwoch, mitten in der Woche, voll im Arbeitsleben – oder mitten in den Ferien in den Gegenden, wo sie noch sind.

Festliche und bescheidene GrĂĽĂźe



Rainer Gelhot
Redaktion
SonntagsImpulse.de

Das heutige Evangelium (Lk 11, 27-28) lautet:

In jener Zeit, als Jesus zum Volk redete, rief eine Frau aus der Menge ihm zu: Selig die Frau, deren Leib dich getragen und deren Brust dich genährt hat. Er aber erwiderte: Selig sind vielmehr die, die das Wort Gottes hören und es befolgen.