1053. Sonntagsimpuls

Liebe Leserinnen und Leser!

ÔÇ×Danach hat die arme Frau fast kein Geld mehr.ÔÇť So lautet die ├ťbertragung der Opfergabe der armen Witwe aus dem heutigen Sonntagsevangelium in die Leichte Sprache.
Die Frau hat nur fast alles hergegeben, nicht ihren ganzen Lebensunterhalt wie im Original (s.u.).
Warum sie nicht alles gibt?
Viele Menschen mit Lernschwierigkeiten, so kann man dem Kommentar zum Evangelium in Leichter Sprache entnehmen, f├Ąnden es eher dumm, alles wegzugeben, so dass einem selbst nichts zum ├ťberleben bliebe. Das mildert zwar die Aussage Jesu etwas ab, das Opfer der Witwe bleibt aber im Vergleich zum Opfer der Reichen dennoch gr├Â├čer. Sie gibt, obwohl sie keinen ├ťberfluss hat, sie gibt vom Lebensnotwendigen. Auch wenn ihre Gabe in der Summe viel geringer ist als die Gaben der Reichen, ist ihre Hingabe viel gr├Â├čer. Damit bleibt die Frau aus dem Evangelium in Leichter Sprache auch uns noch ein Vorbild. Ihr Handeln fordert uns heraus, ├╝ber uns selbst nachzudenken.
Was bin ich bereit f├╝r andere zu geben?
Wo bin ich mit meiner ganzen Aufmerksamkeit bei meinem Gegen├╝ber?
F├╝r wen nehme ich mir Zeit, auch wenn ich eigentlich keine habe?
Wof├╝r und f├╝r wen schl├Ągt mein Herz, weil Gottes Herz f├╝r mich schl├Ągt?  

Der Heilige Martin hat auch nur seinen halben Mantel gegeben. Und war damit zugleich gro├čz├╝gig und klug. Er hat die Not des einen vor ihm gesehen und gehandelt und musste selbst nicht erfrieren.
Liebe deinen N├Ąchsten wie dich selbst ÔÇô auf ganzer Linie.  


Mit fr├Âhlich-ernsten Gr├╝├čen

Inga Schmitt
RedaktionSonntagsImpulse.de

Das Evangelium von heute (Mk 12,38-44):

In jener Zeit lehrte Jesus eine gro├če Menschenmenge und sagte: Nehmt euch in Acht vor den Schriftgelehrten! Sie gehen gern in langen Gew├Ąndern umher, lieben es, wenn man sie auf den Stra├čen und Pl├Ątzen gr├╝├čt, und sie wollen in der Synagoge die vordersten Sitze und bei jedem Festmahl die Ehrenpl├Ątze haben. Sie bringen die Witwen um ihre H├Ąuser und verrichten in ihrer Scheinheiligkeit lange Gebete. Aber umso h├Ąrter wird das Urteil sein, das sie erwartet.

Als Jesus einmal dem Opferkasten gegen├╝bersa├č, sah er zu, wie die Leute Geld in den Kasten warfen. Viele Reiche kamen und gaben viel. Da kam auch eine arme Witwe und warf zwei kleine M├╝nzen hinein. Er rief seine J├╝nger zu sich und sagte: Amen, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Opferkasten hineingeworfen als alle andern. Denn sie alle haben nur etwas von ihrem ├ťberfluss hergegeben; diese Frau aber, die kaum das N├Âtigste zum Leben hat, sie hat alles gegeben, was sie besa├č, ihren ganzen Lebensunterhalt.