1064. Sonntagsimpuls

Liebe Leserinnen und Leser!

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Jesus ist auf die Erde wiedergekehrt, um das Ende der Welt vorzubereiten. Zun├Ąchst m├Âchte er die Menschen ein wenig kennenlernen, mit Hilfe Gabriel, den es schon vor l├Ąngerer Zeit auf die Erde verschlagen hatte. Bei einem Abendessen l├Ąsst sich Gabriel von Jesus ein Glas Wasser in ein Glas Wein verwandeln. Einfach so, nebenbei.

An diese Szene aus dem Film "Jesus liebt mich" (basierend auf dem gleichnamigen Buch von David Safier) musste ich denken, als ich das Evangelium von diesem Sonntag gelesen habe. Das Weinwunder dargestellt als praktischer Zaubertrick, wenn man mal einen trinken will.

 

Auf einen ersten Blick k├Ânnte auch die Bibelstelle so anmuten. Einer Hochzeitsgesellschaft ist der Wein ausgegangen. Die Mutter Jesu bekommt das mit und wendet sich an ihren Sohn. Sie traut ihm offensichtlich zu, Abhilfe schaffen zu k├Ânnen. Irgendwie verwunderlich. Was hat Jesus damit zu schaffen, dass Wein fehlt? Dementsprechend verwundert Jesu schroffe Reaktion mich eigentlich nicht. Und dennoch wird damit etwas in Gang gesetzt, was dazu f├╝hrt, dass die Hochzeitsgesellschaft am Ende mehr als genug Wein hat und auch noch besseren als zuvor.

Und wozu das alles?

"So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galil├Ąa, und offenbarte seine Herrlichkeit und seine J├╝nger glaubten an ihn." (Joh 2,11) Dieser Satz stellt die kleine Szene in ein anderes Licht. Dass aus Notwendigem - Wasser - Wertvolles - Wein - wird, aus 'nicht genug' 'mehr als reichlich' macht sichtbar, wer Jesus ist und welche Botschaft er bringt: Er ist der, der von Gott kommt und Gottes Herrlichkeit auf Erden widerspiegelt. Diese Herrlichkeit ist den Menschen geschenkt und ├Ąu├čert sich darin, dass F├╝lle erfahrbar wird - von jetzt an.

Unser Glaube, dass Gott f├╝r uns mehr zu bieten hat als das Notwendige, braucht nicht Wunder, aber doch hin und wieder Zeichen.

Das heutige Evangelium l├Ądt mich ein, mal wieder genauer hinzusehen: Wo entdecke ich solche Zeichen f├╝r Gottes Herrlichkeit in meinem Leben, in der Welt? Wo kann ich / k├Ânnen wir solche Zeichen setzen?

Segensreiche Gr├╝├če

Inga Schmitt
Redaktion
SonntagsImpulse.de

Das Evangelium von heute (Joh 2,2-11):

In jener Zeit fand in Kana in Galil├Ąa eine Hochzeit statt, und die Mutter Jesu war dabei. Auch Jesus und seine J├╝nger waren zur Hochzeit eingeladen. Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut! Es standen dort sechs steinerne Wasserkr├╝ge, wie es der Reinigungsvorschrift der Juden entsprach; jeder fasste ungef├Ąhr hundert Liter. Jesus sagte zu den Dienern: F├╝llt die Kr├╝ge mit Wasser! Und sie f├╝llten sie bis zum Rand. Er sagte zu ihnen: Sch├Âpft jetzt, und bringt es dem, der f├╝r das Festmahl verantwortlich ist. Sie brachten es ihm. Er kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wusste nicht, woher der Wein kam; die Diener aber, die das Wasser gesch├Âpft hatten, wussten es. Da lie├č er den Br├Ąutigam rufen und sagte zu ihm: Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die G├Ąste zu viel getrunken haben, den weniger guten. Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt zur├╝ckgehalten.

So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galil├Ąa, und offenbarte seine Herrlichkeit, und seine J├╝nger glaubten an ihn.

(Quelle: www.erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.html)

Die ├ťbertragung in Leichte Sprache ist hier zu finden: https://www.evangelium-in-leichter-sprache.de/lesejahr-c-2-sonntag-im-jahreskreis