1030. Sonntagsimpuls

Liebe Leserinnen und Leser,

haben Sie sich mal gefragt, was Ihr Name bedeutet und warum Sie ihn tragen? Was sich Ihre Eltern dabei gedacht haben? Welche Verbindungen von Ihrem Namen zu Personen in Ihrer Familie und Verwandtschaft oder darüber hinaus bestehen? Welche Beziehung haben Sie selbst zu Ihrem Namen? Hatten Sie mal den Wunsch nach einem anderen Namen oder passt Ihrer eigentlich ganz gut zu Ihnen? Unser Name ist etwas ganz Persönliches, er ist mehr als unser „Etikett“. Er macht uns als Mensch, als Person ansprechbar. Werde ich bei meinem Namen gerufen, dann bin ich gemeint. Mein Name hat Bedeutung für mich und auch für die, die ihn mir gaben.

In dem heutigen Schrifttext geht es auch um eine Namensgebung. Diese ist nicht ganz einfach. Denn da gibt es bestimmte Traditionen, die einzuhalten sind. Das Kind muss doch als Erstgeborener den Namen des Vaters erhalten. Und dann bricht diese Erzählung mit der Tradition. Das Kind erhält einen ganz neuen Namen. Niemand in der Verwandtschaft trägt ihn bisher. Johannes wird dieses Kind von seinen Eltern Elisabet und Zacharias genannt. Sie sind im hohen Alter noch Eltern eines Kindes geworden. Gott ist ihnen zugetan. Deshalb auch der Name „Johannes“, was bedeutet: Gott hat sich als gnädig erwiesen. Dieser Johannes wird Jahre später als „Johannes der Täufer“ der Vorbote eines gewissen Jesus aus Nazareth. In ihm wird Gott ganz Mensch, wird die Liebe geerdet. Und so ist auch die Bedeutung des Namens „Jesus“ – Gott hilft, Gott rettet. Für den Mann aus Nazareth wird sein Name Programm. Gegen die vorherrschenden Traditionen und gesellschaftlichen Konventionen der Ausgrenzung von Minderheiten, von Fremden, von Kranken und Sündern lebt Jesus die Liebe und Gerechtigkeit Gottes.

Als Christ*innen werden wir in der Taufe ganz persönlich von Gott bei unserem Namen genannt. Durch das Wasser der Taufe sind wir verbunden mit dem Geist Jesu und gerufen, in seinem Geist zu leben. In einem Kirchenlied heißt es: „Lass uns in deinem Namen, Herr, die nötigen Schritte tun.“

Welche diese sind, können wir in einer Zeit der Stille – vielleicht ja auch mal im Urlaub, in einer Kirche in der Nähe eines Taufbeckens – ganz persönlich überlegen. Denn ER ruft uns in seinem Namen bei unserem Namen.

 

Einen schönen Sonntag!

 

Hermann Steinkamp
RedaktionSonntagsImpulse.de

 

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Das Evangelium von heute (Lk 1,57-66.80)

Für Elisabet kam die Zeit der Niederkunft, und sie brachte einen Sohn zur Welt.

Ihre Nachbarn und Verwandten hörten, welch großes Erbarmen der Herr ihr erwiesen hatte, und freuten sich mit ihr. Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung des Kindes und wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharias geben. Seine Mutter aber widersprach ihnen und sagte: Nein, er soll Johannes heißen. Sie antworteten ihr: Es gibt doch niemand in deiner Verwandtschaft, der so heißt. Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen, welchen Namen das Kind haben solle. Er verlangte ein Schreibtäfelchen und schrieb zum Erstaunen aller darauf: Sein Name ist Johannes.

Im gleichen Augenblick konnte er Mund und Zunge wieder gebrauchen, und er redete und pries Gott. Und alle, die in jener Gegend wohnten, erschraken, und man sprach von all diesen Dingen im ganzen Bergland von Judäa.

Alle, die davon hörten, machten sich Gedanken darüber und sagten: Was wird wohl aus diesem Kind werden? Denn es war deutlich, dass die Hand des Herrn mit ihm war.

Das Kind wuchs heran, und sein Geist wurde stark. Und Johannes lebte in der WĂĽste bis zu dem Tag, an dem er den Auftrag erhielt, in Israel aufzutreten.