1103. Sonntagsimpuls

Liebe Leserinnen und Leser!

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, wie nah sich Glaubens- und Finanzsprache sind? Mir, ehrlich gesagt, erst durch ein Zitat des katholischen Theologen Gotthard Fuchs, in dem er folgende Beispiele nennt: „Credo und Kredit, Schulden und Schuld, Glaubender und GlĂ€ubiger, Lobpreis und Geldpreis, heilige Messe und Auto- beziehungsweise Buchmesse. Und BonitĂ€t.“ Jesu Warnung, dass man nicht Gott und dem Mammon dienen könne, ist demnach heute genau so aktuell wie damals, vielleicht sogar noch aktueller. Dass Mammon personale, sogar göttliche ZĂŒge bekommt, schlĂ€gt sich in der Sprache nieder. Geld und Besitz werden so hoch gehĂ€ngt, dass Menschen ihnen dienen anstatt umgekehrt.

Welche Gefahren darin stecken, können wir aus meiner Sicht unter anderen an der Klimakrise ablesen. Wir gefĂ€hrden unsere eigene Lebensgrundlage. Die Fridays-for-future-Bewegung macht uns zum GlĂŒck hartnĂ€ckig darauf aufmerksam.

Ich bin mir bewusst, dass es keine einfachen Lösungen gibt, dass wir nicht mal eben Geld und Besitz abschaffen können. Und doch erinnert das Evangelium von diesem Sonntag daran, dass der sprichwörtlich schnöde Mammon letztendlich nicht zu mehr Leben fĂŒr alle fĂŒhrt, wenn wir ihm die Macht ĂŒber uns ĂŒberlassen.

FĂŒr mich persönlich bedeutet das beispielsweise, beim Shoppen mir immer wieder die Frage zu stellen, ob ich das, was mein Herz gerade begehrt, wirklich brauche. Und auch: Was kann ich fĂŒr andere tun?

Mein Eindruck ist, dass die Gruppe Menschen, die bewusster und einfacher leben (wollen), wĂ€chst. Damit auch langsam aber stetig eine Lobby gegen diejenigen, die wirtschaftlichen Wachstum auf Kosten der Schöpfung und der Menschen vergöttern. Wahrlich keine schlechte Gesellschaft fĂŒr die diejenigen, die sich von der Botschaft Jesu anstecken lassen.

 

Mit selbstkritischen GrĂŒĂŸen

Inga Schmitt

Redaktion

SonntagsImpulse.de

Das Evangelium von heute (Lukas 16,1-13)

Jesus sprach zu seinen JĂŒngern: Ein reicher Mann hatte einen Verwalter. Diesen beschuldigte man bei ihm, er verschleudere sein Vermögen. Darauf ließ er ihn rufen und sagte zu ihm: Was höre ich ĂŒber dich? Leg Rechenschaft ab ĂŒber deine Verwaltung! Denn du kannst nicht lĂ€nger mein Verwalter sein. Da ĂŒberlegte der Verwalter: Was soll ich jetzt tun, da mein Herr mir die Verwaltung entzieht?

Zu schwerer Arbeit tauge ich nicht und zu betteln schĂ€me ich mich. Ich weiß, was ich tun werde, damit mich die Leute in ihre HĂ€user aufnehmen, wenn ich als Verwalter abgesetzt bin. Und er ließ die Schuldner seines Herrn, einen nach dem anderen, zu sich kommen und fragte den ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er antwortete: Hundert Fass Öl. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich schnell hin und schreib „fĂŒnfzig“! Dann fragte er einen andern: Wie viel bist du schuldig? Der antwortete: Hundert Sack Weizen. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein und schreib „achtzig“! Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, weil er klug gehandelt hatte, und sagte: Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klĂŒger als die Kinder des Lichtes.

Ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet, wenn es zu Ende geht!

Wer in den kleinsten Dingen zuverlĂ€ssig ist, der ist es auch in den großen, und wer bei den kleinsten Dingen Unrecht tut, der tut es auch bei den großen. Wenn ihr nun im Umgang mit dem ungerechten Mammon nicht zuverlĂ€ssig gewesen seid, wer wird euch dann das wahre Gut anvertrauen? Und wenn ihr im Umgang mit dem fremden Gut nicht zuverlĂ€ssig gewesen seid, wer wird euch dann das Eure geben?

Kein Sklave kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.