1093. Sonntagsimpuls (14. Juli 2019)

Liebe Leserinnen und Leser des Sonntagsimpulses,

als ich die Bibelstelle des heutigen Tages las, kam mir als erstes die Aussage des emeritierten Erzbischofs von Sao Paolo, Claudio Hummes, in den Sinn, der nach der Papstwahl zu Jorge Bergoglio sagte: „Vergiss die Armen nicht“.
Nun wissen wir von dem Mann in der Bibelstelle nicht viel, außer halt, dass er überfallen wurde. Und das ihm nicht von allen geholfen wurde. So ist er im weitesten Sinne arm, da nicht jeder sich ihm zu seinem Nächsten gemacht hat.
Was hat das nun mit mir zu tun?
Natürlich kenne ich Armut, ich sehe sie jeden Tag auf der Straße. Ich sehe sie bei den Obdachlosen, die im Pfarrhaus klingeln und um eine Spende bitten.
Wo ich sie augenscheinlich nicht sehe?
In unserer Kirche. Da sitzt sonntags niemand in den Reihen und weiß nicht, was er oder sie später kochen soll. Da spielt es in der Regel keine Rolle, wie teuer die Messdienerfahrt wird. Wie teuer das Bier auf dem Pfarrfest wird. Und das macht mich nachdenklich.
Vergiss die Armen nicht. Vergiss nicht die Menschen, die dir anvertraut sind. Deinen Nächsten.

Es wäre toll zu wissen, wie die Geschichte, das Gleichnis von dem Jesus erzählt, ausgeht. Sind der Samariter und der Mann in Kontakt geblieben? Wie lange soll man sich fßr einen anderen Menschen verantwortlich fßhlen?

Ich hätte gerne Antworten.


Suchende Grüße,
Julia KĂźhling

Das Evangelium zum Sonntag: Lk 10, 25–37

In jener Zeit stand ein Gesetzeslehrer auf, um Jesus auf die Probe zu stellen, und fragte ihn: Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben? Jesus sagte zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du? Er antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele, mit deiner ganzen Kraft und deinem ganzen Denken, und deinen Nächsten wie dich selbst. Jesus sagte zu ihm: Du hast richtig geantwortet. Handle danach und du wirst leben! Der Gesetzeslehrer wollte sich rechtfertigen und sagte zu Jesus: Und wer ist mein Nächster? Darauf antwortete ihm Jesus: Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab und wurde von Räubern überfallen. Sie plünderten ihn aus und schlugen ihn nieder; dann gingen sie weg und ließen ihn halbtot liegen. Zufällig kam ein Priester denselben Weg herab; er sah ihn und ging vorüber. Ebenso kam auch ein Levit zu der Stelle; er sah ihn und ging vorüber. Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam zu ihm; er sah ihn und hatte Mitleid, ging zu ihm hin, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Dann hob er ihn auf sein eigenes Reittier, brachte ihn zu einer Herberge und sorgte für ihn. Und am nächsten Tag holte er zwei Denare hervor, gab sie dem Wirt und sagte: Sorge für ihn, und wenn du mehr für ihn brauchst, werde ich es dir bezahlen, wenn ich wiederkomme. Wer von diesen dreien meinst du, ist dem der Nächste geworden, der von den Räubern überfallen wurde? Der Gesetzeslehrer antwortete: Der barmherzig an ihm gehandelt hat. Da sagte Jesus zu ihm: Dann geh und handle du genauso!