1080. Sonntagsimpuls

 

Liebe Leserinnen und Leser!

"Das Grab ist leer! Der Herr ist auferstanden!" Drei Frauen st├╝rmen am Ende der Osternacht fr├Âhlich rufend durch das Hauptportal in die Kirche. Mitfeiernde drehen sich um. Einige l├Ącheln, anderen kr├Ąuselt sich verwundert die Stirn.

Nein, pers├Ânlich habe ich das nicht erlebt. Aber so oder so ├Ąhnlich muss es im letzten Jahr in einer Kirche im Osnabr├╝cker S├╝dkreis gewesen sein, wie ich geh├Ârt habe. Die Frauen und einige andere hatten sich in den Wochen zuvor mit den Schrifttexten der drei ├Âsterlichen Tage besch├Ąftigt. Was ihnen dabei bewusst bzw. wichtig geworden war, wollten sie in die Liturgien einbringen. F├╝r Ostern unter anderem die Botschaft der Frauen.

Ich male mir die Szene aus und frage mich, wie ich mich gef├╝hlt h├Ątte: als Teil der Gemeinde, die diese Botschaft h├Ârt, als eine der Frauen, die diese Botschaft verk├╝nden.

Und was bedeutet das ├╝berhaupt, "Der Herr ist auferstanden"? "Das hat etwas mit Hoffnung zu tun", sagt meine sechzehnj├Ąhrige Tochter, als ich sie frage, was sie mit Ostern verbindet. Ja, das trifft es doch wirklich gut. Hoffnung, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, dass jedes Leben wundervoll aufgehoben ist bei Gott, dass am Ende der Nacht der Aufgang der Sonne auf uns wartet, dass nach der Brache des Winters neues Leben aufkeimt, dass aus Tr├Ąumen, die wir begraben m├╝ssen, aus Toden, die wir mitten im Leben sterben, Neues erbl├╝hen kann, dass es sich lohnt durchzuhalten und sich einzusetzen f├╝r Gerechtigkeit, f├╝r die Zukunft unserer Erde, f├╝r Frieden und Freiheit, f├╝r mehr Leben.

Ja, das Grab ist leer! Und mit Christus d├╝rfen und k├Ânnen auch wir immer wieder auferstehen und neu und anders leben.

Dar├╝ber hinaus ist Ostern auch das:

 

Oster-Geheimnis

Pascha-Mysterium

Hindurchgang

 

Nacht                      verliert sich                     im Tag

Kahler Ast                    treibt                  zarte Bl├╝ten

Kokon                        entpuppt                        Raupe

Hartes Korn                    keimt                    junges Gr├╝n

Traube                       keltert                         Wein

W├╝ste                        erbl├╝ht                         Oase

Tod                           endet                       im Leben

 

Auferstehung

 

Trauernde                     wandeln                     in Freude

Ausweglose                    finden                      Hoffnung

Sprachlose                    singen                        Lieder

Weinende                      l├Ącheln                    Zuversicht

Blinde                        sehen                          klar

Gefangene                     handeln                   in Freiheit

Starre                      l├Âsen sich                     in Tanz

 

Wandlung

Pascha-Mysterium

Oster-Geheimnis

 

Inga Schmitt

 

├ľsterlich-fr├Âhlich gr├╝├čt
Inga Schmitt
Redaktion
SonntagsImpulse.de

Das Evangelium von heute (Lk 24,1-12):

Am ersten Tag der Woche gingen die Frauen mit den wohlriechenden Salben, die sie zubereitet hatten, in aller Fr├╝he zum Grab. Da sahen sie, dass der Stein vom Grab weggew├Ąlzt war; sie gingen hinein, aber den Leichnam Jesu, des Herrn, fanden sie nicht.

W├Ąhrend sie ratlos dastanden, traten zwei M├Ąnner in leuchtenden Gew├Ąndern zu ihnen. Die Frauen erschraken und blickten zu Boden. Die M├Ąnner aber sagten zu ihnen: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden. Erinnert euch an das, was er euch gesagt hat, als er noch in Galil├Ąa war: Der Menschensohn muss den S├╝ndern ausgeliefert und gekreuzigt werden und am dritten Tag auferstehen.

Da erinnerten sie sich an seine Worte. Und sie kehrten vom Grab in die Stadt zur├╝ck und berichteten alles den Elf und den anderen J├╝ngern. Es waren Maria Magdalene, Johanna und Maria, die Mutter des Jakobus; auch die ├╝brigen Frauen, die bei ihnen waren, erz├Ąhlten es den Aposteln.

Doch die Apostel hielten das alles f├╝r Geschw├Ątz und glaubten ihnen nicht. Petrus aber stand auf und lief zum Grab. Er beugte sich vor, sah aber nur die Leinenbinden dort liegen. Dann ging er nach Hause, voll Verwunderung ├╝ber das, was geschehen war.

(Quelle: www.erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.html)

Die ├ťbertragung in Leichte Sprache ist hier zu finden: www.evangelium-in-leichter-sprache.de/lesejahr-c-osternacht